Die Werkstatt eingreifenden Denkens

 

 

„Das Denken als gesellschaftliches Verhalten. Aussichtsreich nur, wenn es um sich selbst und das Verhalten der Umwelt Bescheid weiss. Aussichtsreich nur, wenn es imstand ist, die Umwelt zu beeinflussen ... Das eingreifende Denken. Praktikable Definitionen: solche Definitionen, die die Handhabung des definierten Feldes gestatten. Unter den determinierenden Faktoren tritt immer das Verhalten des Definierenden auf.“ Bertolt Brecht, Notizen zur Philosophie

 

 

Die Werkstatt eingreifenden Denkens versteht sich handlungs- und gesellschaftsbezogen. Die Aussicht vom Elfenbeinturm ist nicht ihr Ding an sich. Sie versteht Philosophie, in guter Nachbarschaft mit anderen kritischen Positionen ihrer Geschichte, als ein Denken, das das Denken und schliesslich auch das Handeln beeinflussen soll.

 

Denken ist nicht handeln. Eingreifen jedoch schon. Zum Denken braucht es zunächst Distanz zur Praxis, um diese dann zu ändern. Denken ist wie ein anderes Tun prozesshaft, dabei jedoch reflexiv und dialogisch. Philosophisches Denken bedarf des Anderen, des Menschen, damit es nicht tautologisch bleibt. Wer über sich hinauswachsen will, bedarf des Dialogs, schliesslich der Welt.

 

Die Werkstatt eingreifenden Denkens geht die Welt, in der wir leben, dialogisch an. Dass diese nicht zum Besten bestellt ist, ist die Stunde der Philosophie. Gemeinsam erarbeiten wir vor dem tradierten Horizont philosophischer Positionen die Lichtung namens „Gegenwart“. Ziel soll sein, Philosophie auf unsere aktuelle Krise der Gegenwart anzuwenden, um diese zu verstehen und zu ändern.    

 

Eingeladen sind alle jene, die interessiert sind, unsere Zeit und Gegenwart, die uns mehr denn je unverständlich erscheinen mag, philosophisch auf den Begriff bringen zu wollen.

 

 

 

Trimester- Kurs 2019!

Von Notstand und Notrecht

Der permanente Status quo oder was läuft schief auf dieser Welt und was können wir philosophisch dagegen tun?

 

Im ersten Trimester 2019 widmen wir uns der Frage, was es heisst, heute als Mensch in dieser Welt zu sein. Es ist durchaus nicht so wie der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe einmal meinte: „Ja, aus der Welt werden wir nicht fallen. Wir sind einmal darin.“ Vielmehr ist es unsere heutige Situation: technologisch, ethisch, ökologisch, politisch und ökonomisch. Dass der globale Kapitalismus von heute sein eigenes Ende nicht denken kann, scheint evident. Und das Zeitalter des Anthropozäns hat nicht nur de jure ausgedient. Was diese neue Situation zu Beginn des 21. Jahrhunderts für uns Menschen bedeutet, soll das Ziel dieses Kurses sein. Was ist der Stand der Dinge und was können wir dagegen tun und, falls sich nichts ändert, welche Figuren des Notrechts angesichts des Notstands stehen uns philosophisch zur Verfügung? – dies sind die leitenden Fragen dieses Seminars.

 

Trimesterseminar: 6 Abende, jeweils donnerstags zweiwöchentlich, 19:00, ab dem 31. Januar.

Kurskosten: 600.-

Ab 5 Personen.

Ort: Werkstatt eingreifenden Denkens, Laufenstrasse 27, 4053 Basel.

Anmeldung bis zum 17. Januar unter info@rolandmerk.ch